Ich habe seit zwei Monaten wieder Rückenschmerzen, die auf einer Skala von 1-10 an guten Tagen bei einer drei liegen, die meiste Zeit eher bei fünf dümpeln und an blöden Tagen in Richtung sieben gehen. Der Schmerz liegt links und zieht ins Bein. Wie immer also. Meine Seele sucht sich ihren Ausdruck im Körper.

Aber wieso jetzt? Es geht mir gerade eigentlich wirklich gut. Einige Dinge fügen sich. Ich wage neues. Veränderungsschmerz nennt meine Therapeutin das. Na vielen Dank!

Chronische Schmerzen schlagen aufs Gemüt. Einen Teil meiner Energie muss ich jeden Tag darauf verwenden den Druck, das Brennen und das Ziehen in meinen Muskeln und Nerven zu ignorieren. Ibuprofen in maximaler Dosierung hilft nur bedingt. Der Gang zum Arzt bescherte mir ein Rezept für Tramadol, einem Opioid. Ob das geholfen hätte, weiß ich nicht. Bei mir kickten vor allem die Nebenwirkungen und ich übergab mich für 24 Stunden.

Immerhin bescheinigte mir eine Orthopädin, dass ein neuer Bandscheibenvorfall auszuschließen sei und es sich in der Tat einfach nur um böse verkrampfte Muskulatur handelt.

Ich versuche es mit alternativen Methoden. Im Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin am Uniklinikum Eppendorf lasse ich mich mit zahlreichen Akupunkturnadeln malträtieren. Eine Chiropraktikerin justiert mich einmal die Woche – ich gewöhne mich nur schwer an das knackende Geräusch. Zudem natürlich wie immer medizinisches Krafttraining, Yoga, Taiji und Meditation.

Ich weiß, Entspannung kann ich nicht erzwingen. Das daoistische Prinzip des 無為 (wu wei), Dinge geschehen lassen, ist mir intellektuell bewusst, in der Umsetzung jedoch echt hart. Ich muss „einfach nur“ loslassen. Ich tue wirklich mein Bestes. Ein Schritt vor den anderen…

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