Der Tag begann mit dem stärksten Erdbeben, das Taiwan in den letzten 25 Jahren erlebt hat. Das ganze Haus wackelte. Es fühlt sich immer ein bisschen so an wie diese sich bewegenden Böden bei Schaustellern auf Jahrmärkten. Irgendwie ist ganz plötzlich der Boden unsicher. Gan merkwürdiges Gefühl. Lange hielten die Erdstöße aber nicht an. Und auch wenn es noch ein paar Nachbeben gab, ließen wir uns davon nicht vom Frühstück abhalten.

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Ich hatte mich gestern bereits mit einigen anderen Europäern hier im Hotel über mögliche Wanderrouten ausgetauscht (Komoot funktioniert auch hier) und schloss mich nach dem Frühstück der Gruppe von drei Deutschen an, die ebenfalls zum Longgong Wasserfall laufen wollten. Es versprach ein heißer, sonniger Tag zu werden. Und wir hatten Glück. Trotz des Erdbebens war unsere Route frei von Erdrutschen und es wurde auch niemand von uns von Steinen erschlagen. Auch Schlangenbisse oder sonstige Überraschungen blieben uns erspart.

Dafür gab es wieder mal ein paar Treppen und dank ausbleibender Regenfälle moderate aber dennoch beeindruckende Wasserfälle.

11 km und 500 Höhenmeter legten wir auf der Tour zurück. Bei 31°C und enormer Luftfeuchtigkeit. So eine Dusche will verdient sein.

(Für die Nerds hier die Tour auf Komoot (hat Noël geplant, der französische Gast und ist dann doch nicht mitgelaufen).)

Zum Abendessen wurden wir vom alten Herr des Hauses persönlich aus den Zimmern geklopft. „Chi fan!“

Also versammelten sich alle Gäste artig unten im Speisezimmer und bekamen nach und nach allerlei Köstlichkeiten vorgesetzt. Fühlt sich so an als sei mensch wirklich bei einer chinesischen Familie zu Gast. Am Ende ging der Gastgeber mit einer Flasche Schnaps von Tisch zu Tisch und trank vor allem mit den anderen Männern. Ich lehnte mit einer Ausrede ab, weil aus Prinzip nicht trinken nicht gilt und ablehnen ohne triftigen Grund sowieso nicht. Auch das sehr chinesisch.

Und das war mein letzter ruhiger Tag in den Bergen. Morgen nochmal Abenteuer (anderer) Bus zurück Richtung Küste und dann habe ich mir mittags einen Fensterplatz im Highspeed Train nach Taipei gebucht. Dort habe ich dann noch eine Nacht und Freitag um 23:55 Uhr (hier nix mit Nachtflugverbot) geht auch schon mein Flieger zurück nach Europa.

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Eine Antwort zu „Day 18 – Ruili – Erdbeben und Wanderung zum Longgong Wasserfall“

  1. […] Gesundheitszustand. Zudem lernte ich, dass die Taroko Gorge nach dem Erdbeben letztes Jahr (dieses hier) noch immer großteils gesperrt […]

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