Im Hostel in Whitby waren wir zusammen mit einem weiteren Gast die einzigen Frühstücksgäste, oder die einzigen, die noch übrig waren gegen neun Uhr. Mein Eindruck war aber tatsächlich der, dass neben Schulklassen nur noch wenige Selbstversorger in der Unterkunft waren und wir damit in der Tat ziemlich für uns waren als Individualreisende. Die Kids waren auch schon längst alle draußen. Ich erinnerte mich an die Zeiten der Klassenfahrten und war überaus froh, mir das nicht mehr antun zu müssen.

Ich hatte im Hostel in York bereits Tee den Vorzug gegeben, anstelle der großen Kanne Filterkaffee und damit meinen Koffeinentzug eingeleitet. In Whitby hatte ich die Wahl zwischen Instantkaffee und Tee, also eigentlich keine Wahl. In England sollte man wohl wirklich Tee trinken. Ich komme inzwischen auch besser klar; mehr Schlaf und die Entwöhnung hilft, den obligatorischen Kopfschmerzen vom Koffeinentzug entgegen zu wirken. Teein tut ja ebenfalls seinen Dienst, nur eben nicht so schnell.

Nach unserem stürmischen Ankunftstag in Whitby versöhnte uns der zweite Tag mit freundlichem Wetter. Sonne und kleine Wolken wechselten sich ab, bei noch immer kräftigem, aber weniger beißendem Wind. Wir machten zum ersten Mal von der Sonnencreme Gebrauch. Perfektes Wetter also, um den Nationalpark zu erkunden. Wir folgten der Empfehlung des Lonely Planet und nutzten die Zugverbindung nach Pickering, auf der noch alte Dampfloks verkehren.

Unser Interrail Ticket galt hier leider nicht, weil die Strecke nicht im Verband angeschlossen ist. Wir gönnten es uns trotzdem und konnten langsam im Museumszug dahintuckernd die Landschaft betrachten. Begleitet wurden wir mal wieder von einigen Harry Potter Fans, die allesamt nach Goathland pilgerten, einer Station, die in der Verfilmung als Kulisse für den Bahnhof Hogmeade verwendet wurde. Hier sieht man dann mitunter erwachsene Menschen mit Harry Potter Rucksäcken.

Wir stiegen in Levisham aus und nutzten das Zeitfenster bis zum letzten Zug zurück nach Whitby für eine kleine Wanderung in den Ort und zurück, durch diverse Schafgatter hindurch, den Hügel hinauf und querfeldein an Feldern vorbei mit noch mehr Schafen. Vereinzelt gab es auch Kühe.

 

Die geringe Menge an Menschen, denen wir begegneten, verdeutlichte noch einmal, dass wir uns die Nebensaison zum Reisen ausgesucht haben.

 

Den knapp zweistündigen Rückweg nach Whitby habe ich großteils verschlafen. Angenehme Müdigkeit durch die frische Luft und Bewegung in Kombination mit dem beruhigenden Schaukeln des alten Zuges versetzte mich innerhalb weniger Minuten in Tiefschlaf. Ich muss also mit den landschaftlichen Eindrücken der Hinfahrt in meiner Erinnerung zurecht kommen.

 

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