Wir verließen am Sonntag nach dem Mittagessen den See und fuhren nach Süden durch die Berge. Drei Stunden reine Fahrzeit. Diese Strecke war der Hauptgrund gewesen, warum wir uns das Auto gemietet hatten. Querverbindungen zwischen dem See und der Alishanregion existieren zwar, doch sind sie rar und hätten uns erheblich Zeit gekostet.
Wir fuhren ein bisschen Autobahn. Die Maut wird hier automatisiert erhoben. In der Windschutzscheibe unseres Autos klebte ein kleiner Sensor, abgerechnet wurde bei Abgabe des Autos. Die Maut lohnte sich schon allein deshalb, weil wir bei einer Pause in den Genuss eines Taiwanesischen Rastplatzes kamen. Es war die Hölle los. Meine Highlights:
- Eingezäunter Auslauf für Hunde. Getrennt nach >/< 9 kg.
- Shoppingmall-ähnlicher Foodcourt mit ebensolchem (guten) Angebot.
- Ein Flügel, der live bespielt wurde (ich glaube allerdings von einer reisenden Person).
- Kostenlose, gepflegte Toilettenanlage, die so groß war, dass ich Sorge hatte, mich zu verlaufen.




Ich überließ weiterhin Michael das Steuer, was mir auf den zunehmend enger werdenden Straßen im Gebirge, nachdem wir die Autobahn verlassen hatten, auch lieber war. Rechts fahren ist auch eher so eine grobe Empfehlung. Immer wieder kamen uns erschreckend nah Autos entgegen.
Wir kamen aber heil an unserer Unterkunft an und wurden sogleich von einem ganzen Rudel draußen lebender Katzen begrüßt. Der freundliche Gastgeber gab uns / mir zudem eine ausführliche Erklärung zum Alishan Park, den besten Routen und ungefähren Wegzeiten. Das zeichnete er freundlicherweise alles in einer Karte ein, die er uns mitgab. Sehr hilfreich.




Montag: Wir standen früh auf, da wir noch eine Stunde Autofahrt bis zur Parkanlage vor uns hatten. Es gab reichhaltiges, taiwanesisches Frühstück mit frisch gedämpftem Mantou gewürzt mit Oolong Tee. Der Vormittag war mild und sonnig.
Im Park ergatterten wir einen der letzten freien Parkplätze und nahmen den Shuttlebus bis Zhaoping. Auf den langsameren und teureren historischen Zug verzichteten wir bewusst.
Wir folgten dem Tipp unseres Gastgebers, sonderten uns von der Herde ab und gingen den „Shuishan Healing Path“ entlang. Nach einem kurzen Stück Straße tauchten wir in einen wunderschönen Waldweg ein. Höhepunkt des Weges war ein tausendjähriger, riesiger Baum, bzw. präziser eine Verschmelzung mehrerer Bäume zu einer großen Einheit. Zurück führte uns der Weg auf einem alten, nicht mehr regelhaft benutztem Gleisbett entlang.










Wir erleichterten unsere Rucksäcke um einige der Snacks und liefen dann an blühenden Kirschbäumen vorbei zu den Sisters Ponds und kamen schließlich am Shouzhen Tempel heraus. In der Xiangling Service Area direkt daneben bekamen wir vegetarisches, warmes essen und frischen Kaffee.







Während wir rasteten zog es sich zu und Wolkenschwaden waberten die Berge rauf und runter (sie wechselten tatsächlich gelegentlich die Richtung). Der Wetterbericht hatte das vorhergesagt – wir hatten genügend zusätzliche Schichten mit. Die für den Emeishan vor zwei Jahren gekaufte sehr klein packbare Daunenjacke erwies mir wieder gute Dienste. Wir wanderten einen großen Kreis an weiteren Baumriesen vorbei und wieder zurück zur Xiangling Area, wo wir erneut einen Shuttlebus nahmen, der uns zurück zum Parkplatz brachte. Gegen 17:00 Uhr waren wir zurück in unserer Unterkunft.






Am Dienstag war es feuchtkalt und regnete. Vor dem Frühstücksraum kuschelten sich vier Katzen eng aneinander zu einem Knäuel. Wir brachen direkt nach dem Frühstück auf und traten die einstündige Fahrt nach Chiayi an, wo wir das Auto abgeben sollten. Unser Bargeld reichte gerade noch, um den Tank voll zu machen. Kreditkartenzahlung schlug fehl. Die Autovermietung zu finden war nicht ganz einfach, doch letztlich klappte alles und wir konnten das Auto eine Stunde vor der vereinbarten Abgabefrist übergeben. Die 58 TWD für die Autobahnmaut sollte ich dann allerdings bitte keinesfalls Cash, sondern unbedingt mit Kreditkarte zahlen.
Wir lagerten unsere Rucksäcke am Bahnhof, versorgten uns in einem vegetarischen Restaurant in einer Seitenstraße und nahmen dann einen Bummelzug nach Tainan.

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