Sonntag Nachmittag landeten wir in Taipei und sollten bis Freitag bleiben. Viel Zeit also. Ich hatte über Air BnB eine kleine Wohnung angemietet, die wir als Basis nutzen konnten und eigentlich geplant für eine Übernachtung nach Hualien zu fahren, um dort zu wandern. Aber hier machte uns der Taifun einen Strich durch die Rechnung – und Jonas‘ Gesundheitszustand. Zudem lernte ich, dass die Taroko Gorge nach dem Erdbeben letztes Jahr (dieses hier) noch immer großteils gesperrt ist.

Wir machten also langsam. Die Wohnung als Basis zu haben, war perfekt. Wir konnten uns morgens Zeit lassen, erst mal wach werden mit Kaffee und Tee, in Ruhe frühstücken und dann am Vormittag raus starten. Die Ausläufer des Taifuns äußerten sich in anhaltendem Nieselregen mit gelegentlichen stärkeren Schauern und Windböen. Wie Hamburg also, nur wärmer. Dramatischer wurde es in Taipei nicht.

Nach zwei Wochen intensivem Reisen tat es uns beiden ganz gut etwas Tempo rauszunehmen. Ich zeigte Jonas die Stadt, wir gingen beim hässlichsten Regenwetter ins Shung Ye Museum of Formosan Aborigines und ins Palastmuseum.

Das Taipei Fine Arts Museum fand ich am interessantesten zumal es lediglich 30 NT Eintritt kostete, das ist weniger als ein Euro!

Arbeit über die vielschichtige Konstruktion von chinesischen Zeichen

Als sich Jonas‘ Magen wieder gefangen hatte, konnten wir zu meinem Entzücken doch auch noch in die Berge fahren zum Yangming Spring Restaurant: vegane Sterneküche. Das Restaurant ist eingebettet in eine Zengartenanlage, aber es schüttete in Strömen, so dass wir nicht all zu viel Zeit draußen verbrachten.

Unser Flug ging am Freitag erst nach 23:00 Uhr, also machten wir vormittags in der Wohnung klar Schiff und nutzten den angenehm schönen Tag: der Regen hatte aufgehört, es hatte gemütliche 25 °C bei einer leichten Brise. Unser Gepäck schlossen wir nahe der Airport Line bei der MRT Station Beimen ein und gönnten uns erstmal ein zweites Frühstück im Retro Café. Danach fuhren wir in den botanischen Garten und fanden uns mitten in der Großstadtsafari wieder. Horden von eher älteren Menschen mit Kameras mit riesigen Teleobjektiven, teils in Flecktarn, drapierten ihre Trümmer auf Tripods und visierten Vögel im dichten Laub an. War der eine Vogel von allen erfolgreich im Kasten, zog die Herde geschlossen weiter. Ein sehr unterhaltsames Schauspiel.

Am Flughafen Taipei Taoyuan nutzten wir die kostenlosen Duschen und zogen uns wärmer an in Vorbereitung auf Hamburg. Aber die Klimaanlage im Flughafen war auch derartig kalt eingestellt, dass ich für Strumpfhose, Wolllongsleeve und dicken Schal ganz dankbar war.

Und damit schließe ich 15 Wochen China, Hong Kong, Taiwan. Mein Chinesisch ist wieder ganz okay, der Abschied von Taipei war wie immer am schwersten, aber ich freue mich jetzt auch wieder auf meine Lieblingsmenschen zu Hause. Und die Katze natürlich! 🙂

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