Wir nutzten den Nachmittag nach unserer Ankunft im Hotel in Dali, um die Altstadt in unmittelbarer Umgebung zu erkunden. Das Wetter war uns weiterhin wohlgesonnen mit lockerer Bewölkung bei über 20°C. Die Altstadt, eingebettet in die Bergkulisse, bietet einen guten ersten Eindruck alter chinesischer Handelsstädte. Abends fanden wir ein Pilz-Hotpot-Restaurant, die uns nach einem längeren Gespräch mit dem Koch ein rein vegetarisches Gericht kredenzten. Allerdings bekamen wir nicht, wie bei meinem ersten Pilz-Hotpot-Erlebnis in Kunming, die giftige Brühe mit Wecker auf den Tisch gestellt, sondern warteten einfach eine halbe Stunde auf unser Essen, das in der Küche für uns vorbereitet wurde. Auch irgendwie vernünftiger so. Jonas hatte also nicht die volle verrückte Erfahrung, aber – viel wichtiger – den vollen Geschmack.

Konfuzianischer Tempel

Nach einem entspannten Morgen machten wir uns gegen zehn Uhr in die Altstadt von Xizhou (喜洲) auf. Unser Fahrer fuhr uns dann aber nicht wie bestellt zum Eingang der Altstadt, sondern machte mich darauf aufmerksam, dass wir ein Ticket kaufen sollten und die Verkaufsstelle für Tickets war ein ganzes Stück vom Haupteingang entfernt. Ich verstand ihn nur in Teilen, aber das Phänomen, dass nur an einer zentralen Stelle Tickets zu bekommen sind und mensch dann irgendwann ohne Möglichkeit vor Ort Eintritt zu bezahlen vor verschlossenen Türen steht, hatte ich mit meiner Lehrerin schon einmal, es kam mir dementsprechend nicht vollkommen abwegig vor. Ich lenkte also ein und ließ mich von ihm zur Ticketverkaufsstelle bringen. Auf den scenic train verzichteten wir, zahlten aber 45 Yuan Eintritt und ich merkte zu spät, dass wir damit dann eine Tour gebucht hatten. Erst war ich ein bisschen grummelig, als wir da mit anderen Chines*innen auf Abfahrt des offenen elektrischen Busses warteten und mit Knopf im Ohr für die Ansagen über Funk ausgestattet wurden (Jonas verzichtete direkt, weil ohnehin nur chinesisch gesprochen wurde), ich wurde dann aber versöhnt, als wir in das Familienanwesen der Yan (严家民居) geführt wurden – das hätten wir ohne die Tour nämlich vermutlich nicht gefunden und hier stand am Eingang, dass die extra Tickets dafür eben nur am zentralen Ticketschalter gelöst werden können.

Nach dem Mittagessen in einer Garküche machten wir uns auf, die Tempelanlage um die drei Pagoden (崇圣寺三塔) anzusehen. Das ist eine der großen Sehenswürdigkeiten in der Gegend von Dali, aber sehr viel intensiver hatte ich mich auch nicht informiert. Daher wurden wir von der Größe der Tempelanlage etwas überrascht. Die Pagoden sind erstmal beeindruckend, weil sie über tausend Jahre alt sind. Dann kletterten wir aber weiter den Berg hinauf und kamen von einem Tempel in den nächsten. Und weil wir stetig bergauf blickten, blieb der stets dahinter liegende Tempel immer noch im verborgenen. Wir hatten also einige „ach, da kommt ja noch einer“ Momente.

Zurück am Hotel besprach ich mit unserer sehr hilfsbereiten Gastgeberin den Versand unseres Gepäcks nach Shangri-la. Für die zweitägige Wanderung durch die Tiger Leaping Gorge (虎跳峡) wollten wir nur das nötigste auf dem Rücken tragen. Unsere Gastgeberin organisierte den Kurier und informierte unser Hotel in Shangri-la. Die 190 Yuan für den Kurier übergab ich ihr per Weixin. Wird schon schief gehen.

Erwähnenswert noch das vegetarische Restaurant, in das wir abends gingen: 無相颂

Hier gab es Kleinigkeiten als Buffet. Vom allerfeinsten. Mit 78 Yuan pro Person etwas teurer, aber absolut sein Geld wert. Als Drinks gab es neben Tee verschiedene besondere Säfte. Wir versuchten den Cashewsaft.

Einmal alles, bitte!

Wir sind jetzt auf dem Weg nach Lijiang (sehr herausfordernd ohne Noise Cancelling Kopfhörer im Zug, aber die haben wir aus Gründen der Gewichtsoptimierung in den großen Rucksäcken gelassen) und fahren heute Abend dann zu unserer Unterkunft am Eingang der Tiger Leaping Gorge.

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