Es ist National Holiday Week und Mittherbstfest. Entsprechend gab es auch Programm für uns Schüler*innen.

Was ist das Mondfest?

Dafür hab ich kurz Perplexity (KI) bemüht:

Das chinesische Mittherbstfest, auch Mondfest genannt, ist ein wichtiges traditionelles Fest, das am 15. Tag des 8. Mondmonats gefeiert wird. Es symbolisiert die Familienzusammenführung, den Dank für die Ernte und die Bewunderung des vollen Mondes, der für Vollständigkeit und Einheit steht. Die Familien versammeln sich, essen Mondkuchen und betrachten gemeinsam den hellen Mond. Das Fest hat eine über 3.000 Jahre alte Geschichte und beinhaltet die Verehrung des Mondes, mit Wurzeln in alten kaiserlichen Opferritualen.[1][2][3][5]

Die wichtigsten Legenden hinter dem Festival sind:

  1. Die Legende von Chang’e, der Mondgöttin: Chang’e trinkt ein Unsterblichkeitselfixier, um es vor Dieben zu schützen, steigt zum Mond auf und lebt dort ewig. Ihr Ehemann Hou Yi, ein Held, blickt seitdem sehnsüchtig zum Mond, was Liebe, Opfer und Wiedervereinigung symbolisiert.
  2. Wu Gang und der immer nachwachsende Cassia-Baum: Wu Gang muss endlos einen Baum auf dem Mond fällen, der sofort wieder nachwächst, was Beharrlichkeit und die ewigen Herausforderungen des Lebens bedeutet.
  3. Der Jadehase, der Heilmittel auf dem Mond herstellt: Der Jadehase wird auf dem Mond gesehen, wie er mit einem Mörser Medizin für die Götter herstellt, was Mystik und Heilung symbolisiert.

Diese Geschichten sind zentral für die kulturelle Bedeutung des Mittherbstfestes und spiegeln die Themen Unsterblichkeit, Opfer, Ausdauer und Mystik wider.[11][1]

Zusammengefasst ist das Mittherbstfest ein Fest der Familie, des Dankes und der Verehrung des Mondes, tief verwurzelt in chinesischer Kultur und Mythologie.

Sources
[1] Das chinesische Mondfest und seine Legende https://german.cri.cn/1833/2011/09/09/1s163063.htm
[2] Das Mondfest in China » Legenden und Traditionen! https://mandalingua.com/de/china-guide/chinesische-kultur/chinas-traditionelle-feste/froehliches-mond-fest/
[3] Traditionelle chinesische Feste: Das Mittherbstfest https://shaolin-kungfu.com/de/Mitte-Herbstfest/
[4] Mondfest https://de.wikipedia.org/wiki/Mondfest
[5] Mittsommerfest / Mondfest (Mid-Autumn Festival) https://khanjischool.com/de/blog/chinesische/mittsommerfest-mondfest-mid-autumn-festival
[6] Chinas Mittherbstfest: Ein Fest für Familie, Freunde und die … https://studycli.org/de/chinese-holidays/mid-autumn-festival/
[7] Mittherbst- oder Mondfest https://www.expenova.com/reiseziele/hongkong/hongkong-reisen/mittherbst-mondfest.html
[8] 29. September 2023 Das Mondfest 中秋节 https://konfuzius-paderborn.de/2023/08/09/29-september-2023-das-mondfest/
[9] Das Mondfest auf dem Land bei Huis Familie https://www.studieren-weltweit.de/das-mondfest-auf-dem-land-bei-huis-familie/
[10] 6.10. Zhōngqiūjié: Mondfest in China https://www.br.de/interkulturell/interkultureller-kalender-mondfest-china-100.html
[11] Three Classic Mid-Autumn Festival Legends You Must Know https://www.echineselearning.com/blog/three-classic-mid-autumn-festival-legends-you-must-know

Feier für uns Schüler*innen am Freitag

Ich erfuhr am Freitag beim Mittagessen, dass es abends statt der sonst üblichen Gerichte als Buffet anlässlich des Mondfestes Hotpot für alle geben würde. Auf meine mehrfache Nachfrage erfuhr ich aber, dass dieser Hotpot für alle nicht vegetarisch sein würde und schloss das Gespräch darüber mit der Erkenntnis ab, dass ich mir wohl etwas zu Essen bestellen würde. Ich war einerseits wieder einmal relativ fassungslos, wie an dieser Schule vegetarische Ernährung so konsequent nicht mitgedacht wird und gleichzeitig aber auch guter Dinge, den Abend einfach alleine mit leckerem bestelltem Essen zu verbringen. Und so bestellte ich mir noch am Nachmittag Sauerteigbrot von der örtlichen französischen Bäckerei (À Table – kann ich hier nicht verlinken, aber in Meituan sind sie suchbar) und plante, meine letzte Avocado noch zu Guacamole zu verarbeiten.

Zur Essenszeit um 18:00 Uhr ging ich dann auch nur runter, weil meine Zimmernachbarin sagte, es sei sehr beeindruckend, was die Schule im Speisesaal aufgefahren habe und ich solle mir das unbedingt einmal ansehen.

Gesagt, getan. Es war die gesamte Lehrerinnenschaft anwesend, alle schick gekleidet in Qipao (traditionelles chinesisches Kleid), die Tische waren zu Gruppen zusammengeschoben, so dass in einem großen Quadrat um geteilte Schüsseln heißer Brühe gegessen werden konnte. Und weil Hotpot erfahrungsgemäß immer eine riesige Sauerei ist, waren die Tische mit dünner Plastikfolie abgeklebt. Chinesischer Pragmatismus.

Als ich den Raum betrat, erblickte mich meine Lehrerin und teilte mir ganz begeistert mit, dass extra für mich eine vegetarische Brühe vorbereitet worden war. Ich wurde an einen Tisch im hinteren Teil des Raumes gebracht, an dem auch noch viele der anderen Lehrkräfte saßen, mein extra Topf Brühe wurde vor mir auf einer kleinen Herdplatte aufgebaut und sämtliche Anwesenden schauten mich mit erwartungsvollen Gesichtern an. Irgendjemand sagte, „das ist die Vegetarier*in“ und andere Anwesende nickten verstehend und lächelten mich an. Ich fühlte mich wie in Loriots Sketch: „Lasst doch mal das Kind nach vorne!“

Dann ging das Programm los. Direkt in meinem Rücken war eine Leinwand und ein Moderationsduo, bestehend aus Lehrerin und Schüler, begann uns zu erzählen, was es mit dem Mondfest auf sich hat. Der Clue: Der britische Schüler sprach Chinesisch, die Lehrerin Englisch.

Ich war ohnehin schon vollkommen überfordert mit der Situation, dass mein Abend alleine sich nun so gestaltete, dass ich die exotische Vegetarierin am Tisch bin. Dazu dann die viel zu laute Moderation in brüchigem Chinesisch bzw. Englisch – ich verstand kein Wort und wollte eigentlich am liebsten direkt wieder gehen. Aber sie hatten ja nun extra für mich eine vegetarische Brühe gekocht und das war ja schon auch echt sehr nett gemeint.

Als wir endlich essen durften, sorgten weiterhin alle Anwesenden am Tisch dafür, dass ausreichend Gemüse in meine brodelnde Brühe wanderte. Das ist sehr typisch für China und ich finde das auch sehr rührend, es war dennoch in dem Moment viel zu viel für mich. Zudem lief sehr laute Musik, so dass ich Mühe hatte zu verstehen, was zu mir gesagt wurde. Es wurde aber auch gern ohne meine Beteiligung über mich gesprochen. Beispiel: „Gib ihr einen Mondkuchen zum probieren!“ – „Das kann sie nicht essen, da ist Fleisch drin.“ – „Ach ja, stimmt.“

Gegen Ende des Mahls wurde dann der Baijiu ausgepackt, 55%iger Schnaps. Mir wurde beim Geruch schon übel. Und als das Moderationsduo dann die Mikrofone wieder zur Hand nahm und ankündigte, wir sollten uns doch nun in Gruppen zusammenfinden, um ein Quiz zu spielen, ergriff ich die Flucht.

Warum ich das hier so teile?

Was diese Situation für mich so anstrengend machte, war nicht der Hotpot an sich oder dass mensch an mich gedacht hatte – im Gegenteil, das war sehr aufmerksam. Es war die Art der Umsetzung: Ich wurde zur sichtbaren Ausnahme am Tisch, während um mich herum Lärm, grelles Licht, laute Musik und schließlich Hochprozentiges die Atmosphäre bestimmten.
Diese Umgebung gilt als Standard für einen „schönen Abend“. Viele Menschen, hohe Stimulation, kollektives Erleben. Wer dabei nicht strahlt, wird besorgt gefragt, ob alles in Ordnung ist. Aber die Frage zielt selten darauf ab, die Umgebung anzupassen. Sie bedeutet meist: „Kannst du nicht einfach mitmachen und es auch gut finden?“
Ich musste an diesem Abend realisieren, dass meine Bedürfnisse nach Ruhe, Rückzug und selbstbestimmtem Essen in dieser Situation unsichtbar blieben, während meine Ernährungsweise zur Attraktion wurde. Das ist anstrengend.

Hinterlasse einen Kommentar