Wir haben unser Gepäck im Hostel gelassen und sind mit den Tagesrucksäcken mit nur etwas Wechselkleidung unterwegs. Und Pass, etc. natürlich.
Unser Zug nach Leshan ging um neun, also verließen wir um 7:30 Uhr das Hostel, um nach 45 Fahrt ausreichend Zeit zu haben das richtige Gleis am gigantischen Ostbahnhof in Chengdu zu finden. Wir hatten gerade so Zeit noch einen Kaffee (den ersten des Tages) und ein kleines Frühstück zu holen, als auch schon das Gate zum Gleis öffnete. Also keine Minute zu viel Zeit eingeplant.

Der Schnellzug brachte uns in einer Stunde nach Leshan. Wir irrten ein wenig umher auf der Suche nach der richtigen Bushaltestelle (Apple Maps hilft hier). Es stellte sich heraus, der Bus fährt hinter einem gigantischen Busbahnhofgebäude ab und man löst das Ticket für die ca. 45-minütige Fahrt im Bus (2 Yuan). Wir scheiterten dennoch beim Einstieg weil hier wieder irgendeine andere Miniapp in WeChat benötigt wird (oder Alipay Transport, was nicht verfügbar ist für ausländische Handynummern), die nur nach SMS Aktivierung funktioniert und unsere deutschen Mobilfunkkarten sind wegen der Roaminggebühren hier aus. Eine resolute Chinesin eilte uns jedoch zu Hilfe und lud uns auf die Busfahrt ein. Im Laufe der Fahrt adoptierte uns der halbe Bus und sorgte auch kollektiv dafür, dass wir an der richtigen Haltestelle ausstiegen (wir waren die einzigen erkennbaren Ausländer im Bus). Die Haltestelle war in the middle of nowhere. War also nötig uns Bescheid zu geben. Wir durchwanderten heruntergekommene Betonwüsten bis sich Leben regte – der Vorhof des Eingangs. Inzwischen war es halb 12 und wir entschieden uns etwas zu essen. Vegetarisches Essen wurde für uns improvisiert, auch wenn wir belehrt wurden, dass das ohne Fleisch eigentlich gar nicht schmeckt. Überhaupt waren wir die Attraktion des Ladens, essen war schwierig weil immer zwei bis drei Frauen gleichzeitig auf uns einredeten, bzw. vor allem auf Bettina, deren Chinesisch besser ist.

Gestärkt ging es durch den nördlichen Eingang zum Großen Buddha. Die Plattform am Fuß des Buddhas war leider gesperrt, aber Tempel, Kunst und Vegetation waren es in jedem Fall wert. Und wir konnten nochmal ein bisschen Treppen steigen üben für unsere anstehende Bergtour morgen. Im feuchten subtropischen Klima bei 26 Grad kündigte sich bei mir leider eine Migräne an. Also war klar, dass ich langsam machen muss auch wenn ich Tabletten dabei habe.







Wir sparten uns die Bootstour als aktuell einzige Möglichkeit den Buddha von unten zu betrachten und entschieden ins Hot Spring Hotel zum Emeishan aufzubrechen. Mein sedierter Geist war sehr für eine Pause (Migränetabletten machen müde).
Wir verließen das Gelände am südlichen Ausgang und fanden ein Taxi das uns zum Festpreis (150 Yuan) direkt zum Hotel am Emeishan fuhr. Der Taxifahrer verbrachte die Fahrt damit all seinen Freunden per Sprachnachricht mitzuteilen, dass er zwei ausländische Frauen zum Emeishan fährt.
Emeishan Hot Spring
Worth it. Wir verbrachten den Nachmittag in der warmen Quelle.
Neu für mich (Bettina kannte es schon aus Thailand): Kleine Fische, die im 37 Grad warmen Wasser die Haut einem Peeling unterziehen. Kitzelt anfangs wie Hölle, vor allem an den Fußsohlen, aber ich weiß nicht wann ich zuletzt so weiche Haut hatte. Wir gaben den Tierchen aber auch etwas Zeit. 🙂

Zum Abend hin begann es dann zu schütten und wir rüsteten uns pro forma schon einmal mit Regenponchos aus, um uns und die Rucksäcke die kommenden zwei Tage halbwegs trocken die 3000m rauf zu bringen.

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