Notiz am Rande: So langsam haben wir es raus wie Alipay zu nutzen ist. Yeah!

Es ging morgens mit der U-Bahn los, 1,5h in Richtung Flughafen plus längeren Fußmarsch durch das Wohngebiet dort auf dem Weg zum Künstler Ma Haijiao, der unter anderem aufwändige Videoinstallationen macht und uns sein aktuelles Projekt zeigte.

Plakat einer Ausstellung von Ma Haijiao und anderen – Pinnwand in seinem Studio

Es sollte weiter ins Künstlerviertel Dashanzi gehen.

Aber zuerst gingen wir zusammen Mittagessen – Haijiao wollte uns vermutlich einen Gefallen tun indem er uns in ein US-amerikanisches Burger-Fleischparadies brachte, wir waren dann leider sehr sorry, kein Fleisch zu essen und sind in einem chinesischen Nudelladen gelandet, der zumindest ein Gericht für uns hatte. Ich hab jetzt erlebt wie Sichuanpfeffer die Zunge taub macht. Gute Vorbereitung für die anstehende Woche in Sichuan. Wir bekamen außerdem noch Kaffee und Haijiao bestellte ein Taxi. Keine Chance für uns hier irgendeine Rechnung zu übernehmen, weil alles über Apps läuft, also Bestellung und Bezahlung und wir da intuitiv gar nicht wüssten wie das alles funktioniert.

Dashanzi – das gentrifizierte Künstler*innenviertel

Dashanzi so wie ich es kennenlernen durfte: klar ein künstlerisch geprägtes Viertel. Murals, Installationen, Galerien. Und diese Galerien in wahnsinnig spannenden Räumen, weil es sich ganz offenkundig um ein altes Industriegelände handelt.

Bettina sagt, das Gelände ähnele nicht ohne Grund dem Spinnereigelände in Leipzig. Die Volksbefreiungsarmee brauchte Produktionsanlagen und zwar schnell. Also wurde eine Delegation aus der DDR zur Planung hinzugeholt.

1995 wurde das dann inzwischen aufgegebene Industriegelände von Künstler*innen besetzt und als Experientierraum und für Ateliers genutzt.

Heute findet mensch hier auch hippe Cafés, reiche und schöne Menschen, teure Autos / Motorräder, Boutiquen, die Schnickschnack verkaufen. Voll gentrifiziert also.

Bettina war 2006 zum ersten Mal dort und beschreibt aus dieser Zeit ein deutlich raueres Bild. Plumpsklos, Industriecharme. Auch sei die Kunst damals noch sehr viel politischer gewesen.

Auffällig war auch, dass viele ausländische Künstler*innen gezeigt wurden.

Wir verabschiedeten uns von Haijiao und gönnten uns zum Tagesabschluss ein chinesisches rein vegetarisches Restaurant, Tianchu Miaoxiang. Einmal alles bitte. Es war köstlich.

Avatar von Silke

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