Wut, Trauer, Verletzlichkeit, Enttäuschung, Verlust. All diese Gefühle breiten sich allmählich in mir aus. Von einem zentralen fest verknoteten Punkt irgendwo tief in mir spüre ich schon fast körperlich wie sich die Emotionen bis in meine Fingerspitzen verteilen.

Wut wabert konsequent über allem. Dann ist da noch diese lähmende Hilflosigkeit der Gesamtsituation gegenüber. Warum ist das alles so? Warum muss das so sein? Warum ich? Warum kann es nicht einfach anders sein? Warum fühle ich mich dem Ganzen so ausgeliefert? Warum kann es mir nicht einfach egal sein?

Aber ich bin ja eine Kämpferin. Schon immer gewesen. Ich kanalisiere meine Emotion in Aktion. Mal mehr, mal weniger selbstzerstörerisch. Meistens ist Sport dabei. Körperliche Verausgabung. Grenzen testen. Jede Muskelfaser ausreizen. Und dann noch ein kleines Stück weiter gehen. Der kurze Frust darüber keine weitere Wiederholung der Bewegung geschafft zu haben aufgefangen vom wohligen Gefühl der körperlichen Erschöpfung. Ein so dominantes Gefühl, dass auch meine springenden Gedanken kurz zur Ruhe gezwungen werden. Pulsierende, lokale Erschöpfung. Für einen Moment nur das spüren. Roh und unmittelbar. Und dann noch einmal von vorn.

Aufgeben ist keine Option. Niemals.

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