Wir hatten zwei unruhige Nächte im Taifun im 13. Stock in Hong Kong. Die dicken Regentropfen die gegen das Gebäude gepeitscht wurden, machten einen Heidenlärm auf der außen angebauten Klimaanlage. Und das Bett blieb gewohnt unbequem. Auch mein Rücken trat allmählich in Streik. Dafür ging es Alex zunehmend besser. Er war immer noch ziemlich schlapp, aber das Fieber blieb aus, bei anhaltenden Kreislaufproblemen, die ich jedoch auf die ungewohnte Klimazone zurückführen würde.

In dem Taifun konnten wir jedoch eh nicht viel machen, also hatten wir am Sonntag als einzigen Programmpunkt das nahegelegene Space Museum angesetzt. Es hatte noch den letzten Tag geöffnet. Ab Montag sollten die Renovierungsarbeiten starten und bis Ende 2016 andauern. Das scheint also was Größeres zu werden. Wir kauften uns Tickets für die Ausstellung sowie zwei Filme, einen davon in 3D, die über einen Projektor an die Kuppeldecke geworfen wurden und damit ein ganz besonderes Gefühl von „mittendrin, statt nur dabei“ vermittelten. Die Ausstellung war informativ, aber eher für Kinder gemacht, die auch zahlreich vertreten offenkundig ihren Spaß hatten. Ein Blick ins Museum nach der Renovierung könnte sich aber durchaus lohnen.

Vom Kino durchgefroren gingen wir noch ein letztes Mal lecker essen beim Türken und verbrachten dann noch eine letzte Nacht im unbequemsten Bett der ganzen Reise.

Montag mittags ging unser Flugzeug Richtung Taipei – mein persönliches Highlight der ganzen Reise. Zurück nach Hause. Beim Auschecken versuchte unser pakistanischer Freund noch ein bisschen Geld abzuzocken, indem er behauptete wir hätten bei Anreise nicht genügend bezahlt. Natürlich Schwachsinn und ließ sich regeln, indem ich schlichtweg die Zahlung verweigerte und ging. Trotzdem war ich verärgert.

Wir nahmen dann wieder den kostenlosen Shuttle zur Station „Kowloon“ des Airport Express Trains. Das ist schon eine coole Maßnahme in einer sonst so exorbitant teuren Stadt.

Und dann also endlich Taiwan. Mit halbstündiger Verspätung flogen wir 1,5 h. Alex hatte ich schon auf eine rauhe Busfahrt in die Stadt eingestimmt, weil Adam meinte, er müsse arbeiten die ganze Woche, doch seine Freundin würde uns rein lassen. Die neue Wohnung kannte ich bisher ja noch gar nicht. Aber dann, als wir mit unserem ganzen Geraffel den Sicherheitsbereich verließen, sah ich schon den großen Kerl mit dem Starbucks Becher in der Hand. Natürlich wollte er mich überraschen! Also keine Abenteuer Busfahrt für Alex und gleich schonmal wasserfallartig Neuigkeiten austauschen zwischen Adam und mir im Auto.

Nun und seitdem sind wir in Taipei zu Gast bei meinem ehemaligen Mitbewohner und Freund. Ich habe Alex die Stadt gezeigt, wir waren mit Adams ehemaligen Nachbar in einer Bar um die Ecke – Pete kommt auch heute später noch vorbei zum Grillen auf dem Dach. Gestern war ich in The Wall auf einem Metal Konzert (die legendären Carcass waren zu Gast, eröffnet haben eine taiwanesische Deathgrind Band, EMERGING FROM THE COCOON und crazy japanese shit, HYDROPHOBIA. War ein guter Abend. 🙂

Wie auch die letzten Tage werde ich wahrscheinlich nicht mehr viel zum Schreiben kommen. Wir sind wieder in meinem typischen taiwanesischen Nachtrhythmus, genießen faule, lange Morgen mit frischem Kaffee und europäischem Frühstück (Brot, Käse, Butter, Ei, Joghurt – ein Gedicht!). Adam muss doch nicht so viel arbeiten, was gut für uns und die Debattenkultur ist, aber natürlich schlecht für seine Finanzen. Morgen wollten wir ins Palastmuseum und sonst mal gucken… Ich bin noch nicht so ganz bereit wieder zurück zu fliegen…

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