…Alex findet es großartig. Zumindest den „laut und grell“ Teil. Das Wetter macht ihm wie erwartet sehr zu schaffen. Das wird jetzt nur leider bis zu unserer Heimreise nicht mehr besser werden. Wir werden uns eher noch tiefer in subtropische Gefilde begeben.  
Wir sind heute erst relativ spät am Vormittag los gekommen, weil ich mich in der Umgebung erst noch auf eine längere Suche nach einer Bank, die mir mit meiner Visa-Karte Geld gibt, machen musste, um unsere offene Rechnung im Hostel zu bezahlen. 

Wir begaben uns dann via U-Bahn zur „Shanghai Library“, da sich hier der Aussage zweier Deutscher, die wir gestern an der Bar getroffen hatten, eine deutsche Bäckerei befinden sollte. Ja, weltreisende Deutsche tauschen sich, egal wo sie sind, in der Regel früher oder später über die lokalen Brotquellen aus. Und tatsächlich: Ausgang drei, Blick über die Straße, ein Schriftzug fällt ins Auge „Brotzeit“. Für uns wurde es ein Roggenvollkornbrot, das wir uns für das morgige Frühstück aufheben. Heute gab es lecker „Käsetoast“ im Hostel, also mit Käse überbackener Zwieback. Aber immerhin nicht süß, wie Alex zutreffend lobend feststellte. Das Morgen wird ein Fest! Ich freu mich ja schon ein bisschen drauf… 😉
Okay, also, Brot gekauft. Wichtig. Und dann weiter mit der Bahn zum Yuyuan Garden, dem traditionellen chinesischen Garten aus der Ming Zeit. Mitten in der Touri-„Altstadt“ mit Nippes-Verkäufern und Bettlern und so unfassbar vielen Menschen. 

Im kostenpflichtigen Park war es nur unwesentlich besser. Das war bestimmt mal echt entspannt so zu Kaisers Zeiten. Aber Alex fand es toll. Mission erfüllt. 

Anschließend fuhren wir wieder U-Bahn nach Pudong, verzichteten auf die Fahrt hinauf zum Pearl Tower, weil a) bewölkt und b) 160 RMB pro Nase, um bis zum Mittelteil zu kommen?! Im Ernst?! Ja, nee, wir machten uns auf die Suche nach dem Paulaner Garten, um uns den bei Nacht erleuchteten Bund anzusehen. Leider war es noch etwas zu hell, als wir dort ankamen, also entschlossen wir uns dem Obatzter mit Brezel eine Chance zu geben. Blöde Idee. Aber essbar. Irgendwie. Der Blick auf die später dann endlich in voller Pracht erleuchtete britische Häuserzeile war es auch absolut wert.

Immerhin gesättigt nahmen wir die Fähre zurück auf die andere Seite (mit gefühlt 500 vor der Pudong Skyline Selfies machenden Chinesen), um dort zunächst am Bund entlang und schließlich die abendliche Nanjing Road herunter zurück zum Hostel zu laufen. Die abstrusen Menschenmassen in der Nanjing Rd. wurden doch tatsächlich durch den Einsatz von Soldaten als lebende Schranken reguliert. 

Alex war völlig fasziniert. Ich hatte schon wieder den absoluten overkill. Totale Reizüberflutung an Licht, Geräusch und schierer Masse. Permanent zerrte irgendetwas anderes an mir um meine Aufmerksamkeit. Ich fürchte, ich werde untergehen in Hong Kong. Aber ich lasse mich überraschen. 
Gerade trocknet noch unsere zweite Fuhre Wäsche im Trockner. Mit anschließendem Aufhängen im Zimmer sollte sie hoffentlich bis zu unserer Abreise am Freitag trocken sein. Morgen gucken wir uns noch die französische Konzession an und was uns sonst noch so einfällt nach unserem voraussichtlich ausgezeichneten Frühstück. 😉

Satz des Tages:
Silke: „Hier stinkt’s nach Gulli…“
Alex (trocken): „In diesem Land stinkt’s öfter mal nach Gulli.“

Westliche Worte auf T-Shirt Fail des Tages: Frau die weiß auf schwarz „AKNE“ über ihren Brüsten stehen hatte. 

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