Alex hat seine erste Begegnung mit chinesischen Betten mit Rückenschmerzen bezahlt. Mein Körper hat es faszinierend gut weggesteckt – ein halbes Jahr Bambusmatte in Taiwan scheint noch irgendwo in meinen Knochen abgespeichert zu sein.
Wir waren ohnehin früh wach, da die verbotene Stadt auf dem Programm stand und ich erfahren hatte, dass die Tickets seit Neuestem limitiert wurden, ergo ist früh anstehen angesagt. Also gleich los nach dem Frühstück (war ganz ok) Richtung Tian’an Men. Es kam dann doch anders, weil wir uns, abgeschreckt von den Menschenmassen einen alternativen Weg zum Eingang der verbotenen Stadt suchend, in einen kleinen, entspannten Park verliefen (3 RMB Eintritt waren ihr Geld wert).
Karten gab es dann letztendlich auch um halb elf noch, aber die Hauptbesuchszeit rückte merklich näher. Absurde Massen an Menschen ströhmten auf das Haupttor zu – bevorzugt Gruppen die in Einheitstracht (T-Shirts, Cappies oder beides) einer Fahne hinterherliefen.
Wir also erstmal wieder zum gestern bereits inspizierten Oriental Center, was essen und zu Starbuck’s, Koffein tanken. Anschließend wollte ich meine Suche nach einem China Mobile Store für eine Prepaid Karte am Südbahnhof fortsetzen, weil… Warum nicht – haben Bahnhöfe nicht immer solche Läden? Nun, wir fanden alles hier, nur keine Vertretung einer Telefongesellschaft. Aber mindesten fünf Mc Donald’s, vier Starbuck’s, zwei Burger King und KFC. Welcome to America! Wenn dieser etwas holperige Schriftzug über dem Starbuck’s, 星巴克咖啡, nicht wäre. 😉 Also, falls das Bedürfnis nach einem richtig harten amerikanischen Fast Food Marathon besteht: Südbahnhof ist eine sichere Adresse.
Um drei rum wagten wir uns nun auch endlich in die verbotene Stadt und waren tatsächlich mit viel weniger langen Schlangen am Eingang konfrontiert. Es war immer noch sauvoll. Und das ist angesichts der Dimensionen dieser ehemaligen Kaiserresidenz schon wirklich bemerkenswert.
Auf dem Rückweg zum Hostel wurden wir dann richtig mutig: Trotz der zahlreichen penetrantem Angebote für eine Rikschafahrt wagten wir uns in einen öffentlichen Bus. Und ja, wir leben noch und ganz ehrlich, nach den Abenteuerfahrten, die ich in Taiwan erlebt habe, war ich sehr überrascht wie gut das lief. Die Busse fahren elektrisch, wie übrigens auch ein Großteil der motorisierten Zweiräder. Gerade im Vergleich zum „fortschrittlichen Westen“ schon eine Erwähnung wert wie ich finde.
Heute startete Alex außerdem seine Serie „krude Zigarettenmarken“ mit „Pride“ in goldener Verpackung und der Abbildung eines stilisierten Pandas. Die Schachtel für 13 RMB. Erstes Urteil: rauchbar, besser als die sonst vorhandene Atemluft allemal (kratzt weniger im Hals als der Smog), dennoch kratziger Abgang spürbar, erhöht Lust auf Bambus, lässt einen die Macht des Pandas spüren, Filter hat merkwürdigen Eigengeschmack. Gesamtnote: 3
Fotos liefere ich nach – ich kriege die gerade nicht von meinem PC aufs Handy. Dabei habe ich mir solche Mühe gegeben die Zigaretten fotographisch künstlerisch in Szene zu setzen. 😉
Gute Nacht!
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