Zunächst… Wir sind sicher und heil angekommen in unserem großartigen Hostel in Beijing. Inzwischen ist es Abend und wir warten auf das gemeinsane Abendessen. Ich wollte gerade auf meinem Laptop mit dem Schreiben beginnen, als ich feststellen durfte, dass der Zugriff auf WordPress offenbar der berüchtigten chinesischen Firewall zum Opfer gefallen ist. Leute, manchmal schießt ihr euch selbst ins Knie…
Ich werde also vom Handy aus schreiben müssen und mir irgendetwas überlegen, wie ich die Fotos von der Spiegelreflex einbaue.
Aber gut, wie war es bisher?
Alex‘ Kulturschock begann bereits wenige Minuten nachdem unser Flieger in Amsterdam das Gate verlassen hatte. Eingezwängt in die KLM Economy Class fand sich im unmittelbaren Umfeld der uns umgebenden Chinesen eine gut gekleidete Frau mittleren Alters, die sich im Minutentakt ihrer Lungen- und Darmhygiene annahm. Auf gut Deutsch: Sie rotzte, rülpste, hustete und fuzte den gesamten Flug über ununterbrochen. Ich wollte sie innerhalb der ersten Minuten schon umbringen. Auf Alex‘ entsetzen Blick hin, konnte ich nur entschuldigend seinen Arm tätscheln und „Welcome to China“ murmeln. Als schließlich das Essen kam und um uns herum das Inferno losbrach, konnte man über Alex‘ Kopf die Denkblase sehen, „wo bin ich da nur reingeraten?!“
Aber das Hostel konnte hier endlich angekommen einiges wieder ausgleichen. Das Chinese Box Courtyard Hostel hatte ich vor Jahren auf meiner Tour durch China mit Kathrin schon bewohnt. Etwas hochpreisiger, dafür viele Kleinigkeiten inklusive, die einem das Leben erleichtern – freundlicher, exzellenter Service sowieso. Für den Abend wurden wir gleich zum gemeinsamen Essen eingeladen, wir konnten trotz sehr frühen Eintreffens schon in unser Zimmer (so eine Dusche nach 13h Flug ist schon etwas wundervolles) und Tagestouren zur Großen Mauer – die weniger belebten Teile natürlich – werden täglich zum vernünftigen Preis angeboten. Frühstück (auch westliches Angebot) ist auch inkludiert – ich bin zufrieden mit meiner Wahl. Und während ich hier schreibe, ist Alex mit Chinesen und Koreanern ins Gespräch vertieft – ich habe also wohl auch in seinem Sinne alles richtig gemacht. Das freut die Reiseführerin in mir.
Wir haben übrigens nicht durchgehalten, den Tag über durchzumachen im Kampf gegen die Zeitverschiebung und beschissenen Flugzeugschlaf. Zwar waren wir nach der obligatorischen Dusche am Tian’an Men und im Oriental Center in der Dongchang Jie (Essen!), aber nachdem ein Ausflug zum Militärmuseum vor verschlossenen Türen endete (alles hat zu am Montag), landeten wir um 15:00 Uhr doch wieder im Hostel und damit in der horizontalen. Aber pünktlich zum Essen waren wir wieder wach. Ich hoffe nur die Auswirkungen auf diese Nacht halten sich in Grenzen. Morgen müssen wir früh raus, um uns mit den Massen an weiteren Touristen um die Tickets zur Verbotenen Stadt zu prügeln. Große Mauer steht erst für Freitag auf dem Programm – als krönenden Abschluss quasi, bevor wir Samstag Richtung Qingdao aufbrechen.
Apropos Qingdao. Die Zugtickets hatte ich auf Grund der drohenden National Holiday Week im Voraus über Chinahighlights gebucht. (Ich habe gelernt aus meiner Zehn-Stunden-Bummelzug Erfahrung von Qingdao zu Nings Hochzeit nach Shijiazhuang Ende September vor zwei Jahren: nie wieder spontan auf Tickets hoffen!) Die Tickets wurden per Kurier hier zum Hostel geschickt und ich hatte etwas Sorge, dass das nicht glatt laufen würde. Aber… tadaa, Tickets lagen hier bereits für mich an der Rezeption bereit. Bin begeistert. Bisher klappt das alles ja wie am Schnürchen. Bitte weiter so!

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